Log in / create account Page Discussion Edit History Go to the site toolbox

KoopGH Thema1

From BluWiki

Revision as of 18:01, 2 September 2007 by Jomaluis (Talk | contribs)
(diff) ← Older revision | Current revision (diff) | Newer revision → (diff)

Thema 1: Lernkompetenz f�rdern zwischen den Bedingungen von Instruktion und Kooperation

Bearbeitet in Kooperation von S. Frick u. S. Esser, Bierekoven, M. Stahl


M�gliche Fragestellung f�r den Einstieg ins Thema: Welche M�glichkeiten sehen Sie, die Lernkompetenz ihrer SuS (im Fach XY) zu f�rdern?


Contents

[edit] Begrifflichkeiten

Was ist Lernkompetenz?

Lernkompetenz umfasst nach dem Modell der REALSCHULE ENGER (2001) vier Teildimensionen:

  1. Sachkompetenz
  2. Methodenkompetenz
  3. Sozialkompetenz (= Kooperationskompetenz und Kommunikationskompetenz)
  4. Selbstkompetenz

Um diese Kompetenzen zu erwerben ist die F�higkeit zu selbstreflektierenden Lernen (Prozesse und Ergebnisse des Lernens reflektieren, Nachdenken �ber eigenes Leben, F�higkeit zur Selbsteinsch�tzung) grundlegend.

H. MEYER (2004) stellt die besondere Bedeutung der Methodenkompetenz heraus. Demnach ist Methodenkompetenz die F�higkeit der SuS, die methodischen Anteile der Lernarbeit bewusst, zielorientiert, �konomisch und kreativ zu gestalten.


Wann bestehen die Bedingungen von Instruktion und Kooperation?

Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts. Sie haben eine �u�ere, r�umlich-personal-differenzierende und eine innere, die Kommunikations- und Interaktionsstruktur regelnde Seite. (MEYER 1987a, S.138)

Man unterscheidet:

  1. Frontalunterricht (Klassenunterricht, Plenum) -> lehrerzentriert? instruierend (79,5%)
  2. Gruppenarbeit (Gruppenunterricht) -> kooperatives Lernen (7,4%)
  3. Partnerarbeit -> dialogisches Lernen (2,9%)
  4. Einzelarbeit -> individuelles Lernen (10,2%)


Instruktion: Anleitung, Vorschrift, Richtschnur

Kooperation: Zusammenarbeit einzelner Gruppenmitglieder, bei der trotz der existierenden Einzelinteressen der Gruppenmitglieder ein gemeinsames Ziel m�glichst effizient verfolgt wird (vgl. D. Homberger, Lexikon der Schulpraxis, S. 202)

Einerseits stellt die Kooperationsf�higkeit die Basis f�r ein sinnvolles Kommunizieren, Pr�sentieren und Argumentieren der SuS dar, andererseits k�nnen die SuS mithilfe des Kommunizierens, Pr�sentierens und Argumentierens ihre eigene Kooperationsf�higkeit nachhaltig st�rken.

[edit] Warum muss Lernkompetenz gef�rdert werden?

1. Ver�nderte Kinder und Jugendliche (KLIPPERT 2004, S. 16-18)

  • Aufl�sung der Kernfamilie � das innerfamili�re soziale Lernen kann aufgrund der fehlenden Geschwister nur noch begrenzt stattfinden
  • Einfluss moderner Medien � die durchschnittliche Fernsehverweildauer (Kinder zw. 6 und 13: 2,5h/Tag; Studie von FEIERABEND/SIMON 2000, vgl. KLIPPERT 2004, 17);
- Hauptanliegen der Unterhaltungsmedien ist auf Zerstreuung und Unterhaltung, auf Gedankenlosigkeit und Vergessen, auf Oberfl�chlichkeit und Sprunghaftigkeit
- Kinder werden vereinzelt und k�nnen somit weder in kommunikativer noch in interaktiver Hinsicht Nennenswertes lernen
  • Immer weniger Gelegenheit zu Eigent�tigkeit � das betrifft das Erfinden von Spielen und Spielzeugen und produktiven Umgang mit Problemen und Schwierigkeiten im Alltag


2. Befunde der Lernforschung

  • H�here Behaltensleistung bei Ankn�pfung an Vorwissen und unter Einbezug aller Sinne; bei unterschiedlichen Formen der Informationsaufnahme (vgl. KLIPPERT 2004, 30f.):
  • H�ren: ca. 20%
  • Sehen: ca. 30 %
  • konstruktives Handeln: ca.70-90%
  • Konstruktivistische Didaktik
- Aus konstruktivistischer Perspektive lassen viele der verbreiteten Lehr-Lern-Methoden keinen Kompetenzerwerb erwarten, sondern f�hren zu defensiven Lernen (= Lernen von reproduzierbarem Wissen, das in Problemsituationen oft nicht angewendet werden kann).
- Selbstverst�ndnis / Grundbegriffe der konstruktivistischen Didaktik im Kontrast zu "traditionellen Vorstellungen" (BOVET & HUWENDIEK 2004, S. 56)
"traditionelle Vorstellungen" konstruktivistische Vorstellungen
Basis/Ziel; erkenntnistheoretischer Anspruch (objektive) Wahrheit, Wirklichkeit; Wissenschaft, Rationalit�t; Gewissheit, Sicherheit (subj.) Wahrheiten, Viabilit�t, Anschlussf�higkeit; Kommunikation und Kontingenz; Pluralit�tskompetenz und Aushalten von Ungewissheit
Leistung des Gehirns Repr�sentation, Widerspiegelung und mentales Abbild der Wirklichkeit mentale Erfindung der Wirklichkeit, autopoetisch, selbstreferentiell
Kompetenzen Kognitives Lernen, v.a. Sachkompetenz ganzheitliches Lernen, pers�nliches Wachstum, Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz
Lernen Einschleusung von Fremdwissen, Lenkung von au�en m�glich, systematisches Lernen in Lehrg�ngen Selbstentwicklung eines kognitiven Systems, nur begrenzte Pertubation (Ansto�, Anregung), situiertes Lernen in authentischen Lernumgebungen
Methoden lehrerzentrierte Instruktionen, Lehrgang; fremdbestimmte Belehrung; Ergebnisorientierung, Kritik des Fehlers lernerzentrierte Konstruktion, Re-/Dekonstruktion; Selbstorganisation, -regulierung; Prozessorientierung, Lob des Fehlers
Sozialformen Frontalunterricht, Betonung der Homogenit�t Innere Differenzierung, Individualisierung, Betonung der Heterogenit�t, Differenz
Sch�ler bzw. Sch�lerinnen Adressat, Objekt; Defizitorientierung Subjekt in einem sozialen System, Didaktiker; Ressourcenorientierung
  • Aus konstruktivistischer Sicht ist es unm�glich, die den Menschen umgebende Umwelt direkt abzubilden oder zu erkennen. Jede Konstruktion der Wirklichkeit bleibt ein Produkt des Subjekts, das sie erzeugt.
  • L. haben nicht l�nger die Aufgabe der Vermittlung oder �bertragung, sondern m�ssen sch�lerzentriert f�r m�glichst differenzierte Anreizstrukturen und Anst�sse von au�en sorgen und die notwendige soziale Verst�ndigung moderieren.


3. Anspr�che der Berufswelt

  • Gefragt sind prim�r junge Menschen mit Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Probleml�sungskompetenz, Methodenbeherrschung, Kommunikationsf�higkeit, Teamf�higkeit und anderen so genannten Schl�sselqualifikationen, die bereit und in der Lage sind, Qualit�t zu sichern, Arbeitsabl�ufe zu optimieren, St�rungen und Probleme in eigener Regie zu beheben und sich m�glichst Kundenorientiert zu verhalten. (KLIPPERT 2004, S. 20)
  • Schl�sselqualifikationen = Qualifikationen, die die Eignung f�r unterschiedliche Funktionen und Handlungen sowie f�r die selbstst�ndige Bew�ltigung ge�nderter/neuer Anforderungen gew�hrleisten; vgl. ARNOLD & PETZOLD, S.47)


4. Lebenslanges Lernen

  • Lebensbew�ltigung in einer sich ver�ndernden Welt (neue Medien, Technologien etc.)


[edit] Lernen durch Instruktion?! - Vor- und Nachteile des Frontalunterrichts

Definition Frontalunterricht (MEYER 1987, S.182)

"Zumeist thematisch orientierter und sprachlich vermittelter Unterricht, in dem der Lernverband (die "Klasse")gemeinsam unterrichtet wird und in dem der Lehrer - zumindest dem Anspruch nach - Arbeits-, Interatkions- und Kommunikationsprozesse steuert und kontrolliert."


FU ist die am h�ufigsten vorkommende Sozialform (79,5%; MEYER). Aufgrund der vielen Nachteile wurde er lange Zeit vehement kritisiert. Heute wird er noch immer als die wichtigste Sozialform der Schule angesehen. Deswegen sollte er nicht nur reduziert, sondern auch verbessert werden.


Vorteile
  • Zeit�konomie durch klare Lehrer-Steuerung, Sicherung des Vorwissens
  • Individualisierung durch differenzierende Lehrerfragen
  • Disziplinierung durch Stabilisierung des "Ordnungsrahmens"
  • Lebendige Interaktion, Beeinflussung auch durch Mimik, Gestik, K�rpersprache
  • Entlastung der Lernenden von �berfordernden, frustrierenden Selbstt�tigkeitszumutungen
  • Kontrolle durch Blickkontakt, direkte R�ckkopplung
  • Aufbau einer Gespr�chskultur
  • breite Palette von verschiedenen unterrichtlichen Lehrtechniken
  • Ausnutzen der Potentiale der ganzen Klasse
  • Gruppendynamik der Gesamtklasse (Wir-Gef�hl, soziale Koh�sion)
  • Gleichzeitiges Erreichen von Informationen f�r maximale Sch�lerzahl (Gesamtklasse)
Nachteile
  • Der Lehr-/ Lern-Kurzschluss
  • Vernachl�ssigung sozialer F�higkeiten und der Lerner-Selbstorganisation
  • Betonung der Lehrerautorit�t statt des demokratischen Umgangs
  • Lernen im Gleichschritt
  • Rezeptives und passives Lernen
  • Billiger Massenunterricht
  • Macht- und Kontrollbed�rfnis der Lehrenden
  • FU spiegelt die Zw�nge der Institution Schule
  • Blo� �u�ere Unterrichtsdisziplin
  • Weniger M�glichkeiten der Kontrolle des Lernerfolges bei allen SuS (Gefahr: U. findet nur mit einigen Leistungstr�gern statt)


Wann ist Frontalunterricht sinnvoll?
Klassenunterricht ist nach HILBERT MEYER einzusetzen, um
  • eine allgemeine Orientierungsgrundlage herzustellen
  • ein neues Wissensgebiet darzustellen
  • Arbeitsergebnisse zu sichern
  • Leistungsst�nde der SuS zu �berpr�fen
Folgerung:
So wenig FU wie m�glich - aber wenn schon, dann bitte ohne schlechtes Gewissen und mit didaktisch-methodischer Phantasie! (MEYER)


[edit] Lernen durch Kooperation?! - Chancen und Risiken der Gruppenarbeit

Definition Gruppenarbeit (MEYER 1987a, S.242)

"Gruppenunterricht ist eine Sozialform des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in mehrere Abteilungen arbeitsf�hige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von der Lehrerin gestellten oder selbst erarbeiteten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergebnisse in sp�teren Unterrichtsphasen f�r den Klassenverband nutzbar gemacht werden k�nnen. Gruppenarbeit ist die in dieser Sozialform von den Sch�lerinnen und der Lehrerin geleistete zielgerichtete Arbeit, soziale Interaktion und sprachliche Verst�ndigung."

Unterformen:

  • themengleich / arbeitsgleich
  • themendifferenziert / arbeitsteilig

Gruppengr��e: 3-6; als ideal gilt: 5 (keine Pattsituation); bei gr��erer Anzahl ist das Kontakt- und Kommunikationsnetz zu umfangreich und un�berschaubar


Chancen: F�rderung der Lernkompetenz!!!

  • Erh�hung der Interaktionsm�glichkeiten in der Klasse (verbesserte Beteiligung, h�herer Sprachumsatz)
  • F�rderung sozialer und emotionaler Lernprozesse in der Gruppe, F�rderung solidarischen Handelns (Kooperation, Teamf�higkeit, Perspektivenwechsel, Erfahrung des Leistungsvorteils der Gruppe, Erfahrung von Konflikten und ihrer Bew�ltigung)
  • Entwicklung reflexiven, kritischen und moralischen Denkens (personale Auseinandersetzung, Meinungs- und Einstellungsbildung, Vergleich und Aufarbeitung der subjektiven mentalen Modelle)
  • F�rderung explorativer, produktiver und kreativer Prozesse (Entdeckendes Lernen, praktische Weiterverarbeitung und Anwendung)
  • F�rderung der Selbstst�ndigkeit im Denken, F�hlen und Handeln
  • Lehrende k�nnen SuS genauer beobachten


Risiken & Grenzen

  • r�umliche Voraussetzungen
  • Gruppenbildung und -zusammenarbeit
  • Verantwortungsdiffusion
  • �berforderung der SuS durch fehlende erforderliche Lernvoraussetzungen (Vorkenntnisse, Methodenkompetenz, Einstellung zur GA)
  • Zeitaufwand - kollidiert mit Leistungsdruck und Richtlinienvorgaben
  • Beziehungsprobleme der Gruppe / pers�nliche Schwierigkeiten ("St�rungen haben Vorrang" RUTH COHN)
  • Gruppenarbeit als Selbstzweck


Aufgabenstellung und Lernmaterialien m�ssen so beschaffen sein, dass in der Selbstarbeitsphase eine hinl�ngliche Herausforderung zum eigenst�ndigen und kooperativen Lernen besteht, aber auch unn�tige Frustrationen und Desorientierung vermieden werden und nicht dauernd Rat bei der Lehrperson eingeholt werden muss. Besonders geeignete Aufgabentypen f�r GA sind Diskutieren, Analysieren, Gestalten und Trainieren.


Lernkompetenz kann nicht nur duch GA gef�rdert werden, sondern auch durch andere Unterrichtsmethoden wie Projekte, Rollenspiele, neue Curricula, Alternativschulen u.v.m.


[edit] Fazit: Balance zwischen Instruktion und Kooperation

Lehrer- und Sch�lerzentrierung k�nnen als komplement�r angesehen werden

  • Wirksames Lernen braucht immer auch eine gewisse Lenkung (Impulse und Instruktionen) und Unterst�tzung durch den Lehrenden, aber der Schwerpunkt sollte auf selbstst�ndiges Lernen gesetzt werden (F�rderung der Lernkompetenz)
  • Die Anforderungen und Verantwortlichkeiten m�ssen dem jeweiligen Alter, Selbstvertrauen und der methodischen Routine der SuS angemessen sein
  • ein st�rker lehrergleiterter U. kann wichtige Entlastungs- und Motivationsfunktion haben, z.B. wenn SuS nicht bereit oder in der Lage sind, dem Prinzip der Selbstverantwortung und Regulation zu folgen (KLIPPERT 2004, S.60f.)


Rolle des Lehrers

  • weniger Intrukteur als Lernbegleiter, -berater
  • organisiert Lernsituationen, schafft Rahmenbedingungen
  • informiert, initiiert und motiviert
  • zur�ckgenommener Beobachter w�hrend Selbstarbeitsphase
  • Intervention nur auf Anfrage der SuS
  • Moderator in der Auswertungsphase


Folgendes muss bei der Unterrichtsplanung ber�cksichtigt werden:

  • Schafft der Lehrer die Voraussetzung f�r kooperatives Arbeiten, so f�hrt dies zu einer Aktivierung der Lernenden. Es wird schneller, gr�ndlicher und mit einer h�heren Motivation und Behaltensrate gelernt, wenn der Lernende seinen Lernprozess im h�heren Grade selbst gestalten kann. Der Erkenntnisgewinn und die Entfaltung der pers�nlichen F�higkeiten steigt mit dem Grade des selbstst�ndigen Handelns. Der Grad der Selbst�ndigkeit sollte durch die Lernenden bestimmt sein.
  • SuS, die in ihrer bisherigen Schullaufbahn wenig selbst�ndig und kooperativ gearbeitet haben, m�ssen langsam an kooperative Arbeitsformen herangef�hrt werden (Problem der �berforderung insbes. schw�cherer SuS)
  • Die Vorkenntnisse der SuS sind mitunter sehr unterschiedlich, sowohl au�erschulische Vorkenntnisse, als auch Vorkenntnisse z.B. von Realschulabsolvent(inn)en und Gymnasiast(inn)en in der Jahrgangsstufe 11. Dies muss ber�cksichtigt werden und kann im optimalen Fall in die Unterrichtsplanung einbezogen werden. So k�nnen beispielsweise besonders schnelle SuS bei Gruppenarbeitsphasen im fortgeschrittenem Stadium neben dem Lehrer bei der Beratung �briger SuS mitwirken.

[edit] Offener Unterricht als M�glichkeit zur Entwicklung von Lernkompetenz

(vgl. BOVET & HUWENDIEK, S. 104-117)


Definition Offener Unterricht (erste Ann�herung):

Arrangieren von Lernwegen, welche die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen SuS ber�cksichtigen und m�glichst alle SuS zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand anregen.


Ziele und Prinzipien

Hauptziel: Entwicklung selbstgesteuerten Lernens
  1. Prinzip der Sinnhaftigkeit (Wissenserwerb muss f�r SuS als wichtig angesehen werden)
  2. Prinzip des Wissens- und Kompetenzerwerbs
  3. Prinzip der Kooperation und Solidarit�t (Bew�ltigung gesellschaftlicher Aufgaben ist nur mit anderen m�glich)
  4. Prinzip der Differenzierung und individuellen F�rderung
  5. Prinzip der Selbstverantwortung und des aktiven selbstgesteuerten Lernens


[edit] Merkmale Offenen Unterrichts

Den Lernbegriff �ffnen

  • Lernen ist selbstverantwortlicher, konstruktiver Prozess
  • unterschiedliche Lernwege (auch Umwege) zulassen


Die Themen und Inhalte �ffnen

  • Orientierung an den Interessen der Lernenden
  • selbst gesteckte Ziele, offene Ergebnisse


Die Arbeitsformen und Methoden �ffnen

  • hohe Sch�leraktivierung
  • m�glichst unabh�ngig von Lehrperson und kooperativ
  • Lehrer m�ssen aber entscheiden, wie offen die Lernprozesse gestaltet werden k�nnen
  • Offene Aufgabenstellungen und offene Methoden erm�glichen es den SuS, eigene Lernwege einzuschlagen.
  • Charakteristika offener Aufgaben
    • Es gibt mehrere L�sungswege.
    • Die Problemsituation muss erst erfasst werden.
    • Eine unscharf definierte Problemstellung f�hrt zu divergenten, konkurrierenden Ans�tzen.
    • Zur L�sung der Aufgabe bedarf es der Integration von mathematischen (oder anderen fachlichen) Kenntnissen aus verschiedenen Bereichen.
  • Wie �ffnet man eine Aufgabe?
    • Zulassen von verschiedenen L�sungswegen
    • Weglassen von Eingangsinformationen
    • Weglassen von Informationen �ber das Arbeitsziel
  • �ffnung des Unterrichtsgespr�ches
    • Voraussetzungen
      • Klare Zielorientierung vorhanden
      • Flexibilit�t auf Sch�lerantworten
      • Gute Fragen ohne die SuS zu g�ngeln
      • Neueinstiege der SuS erleichtern, z.B. durch Zwischensicherungen
    • Die Spontanphase (i.d.R. offene Gespr�chsformen)
      • Entwicklung erster Ideen
      • Zur�ckhaltung der Lehrperson
      • Lehrperson h�lt entscheidende Ans�tze nach
    • Die Phase der Probleml�sung (i.d.R. verhandelndes Gespr�ch)
      • Gemeinsame Erstellung einer Zielorientierung, bzw. eines Arbeitsvorhabens
      • Zusammenf�hrung von Sch�lerans�tzen und Lehrerplanung
      • Antizipation der Sch�lerreaktionen bei der Lehrerplanung
    • Die Phase der Verarbeitung von Sch�lerergebnissen (Wechsel zwischen offenen, moderierten und fragend-entwickelnden Gespr�chsabl�ufen)
      • Sichtung, Zusammenf�hrung und Sicherung von Arbeitsergebnissen in einer Pr�sentationsphase
      • Die Lehrperson muss planen, welche Teilthemen sich aus der Arbeit am Material ergeben, welche davon unverzichtbar zur Sprache kommen m�ssen und welche ggf. durch Impulse und Hilfen zur Sprache bringen muss.
      • Themeninseln verhindern das Springen zwischen verschiedenen Teilthemen
      • Das Wechseln der Teilthemen geschieht �ber Bilanzierung, Spiegelung, Ableiten des N�chsten und Neuaufbau
    • Die Phase der Vertiefung...
      • ... in der Sache
      • ... der Inhaltsaspekte
      • ... durch Methodenreflexion
      • ... fachlichen Wissens, Vernetzungen, Transfer
      • ... durch Bewertung, Stellungnahme etc.
  • Varianten von Offenen Unterricht (Auswahl)
  • Wahldifferenzierter Unterricht
  • Planarbeit
  • Stationenlernen
  • Freiarbeit
  • Projektarbeit


Den Lernort / die Lernumwelt �ffnen

  • Das Klassenzimmer �ffnen:
  • Expertenbesuch
- (Beispiel Mathematik: Kryptologie: Nachdem die SuS den Film Enigma gezeigt bekommen haben, h�lt ein Dozent der Universit�t zum Thema Kryptologie einen interessanten Vortrag. Daran anschlie�end k�nnten sich die SuS mit den verschiedenen Verschl�sselungstechniken oder evtl. der Geschichte der Kryptologie in Form einer Projektarbeit auseinandersetzen.)
  • Outdoorunterricht
- Mathe im Freien (Vermessung des Schulhofs aufgrund neuer Gestaltungsideen);
- Bio: Bayer (u.a. gentechnisches Labor)
  • Museumsbesuch
- Mathe: Das Arithmeum in Bonn
- Deutsch: Heinrich-Heine-Institut
- Englisch: Globe-Theater
- Bio: Zoos, Naturkundemuseum
- Erdkunde: Tagebau
  • Projektarbeit (Schulbibliothek, Computerrraum,...)

[edit] "Ich-Du-Wir" - m�gliche Kombination unterschiedlicher Sozialformen

Es gibt prinzipiell die Sozialformen: Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit, letztere als Kleingruppe (mit z.B. 3,4 oder 6 SuS) oder der gesamten Lerngruppe (Klasse/Kurs). F�r unterschiedliche Unterichtsphasen und -themen sind unterschiedliche Formen besonders vor- oder nachteilhaft.

F�r �bungsphasen hat sich eine Abfolge dieser Sozialformen bew�hrt:

  1. In Einzelarbeit versucht jede/r SuS f�r sich die Aufgabe/das Theman zu durchdringen (�bung, Eigenlernkontrolle),
  2. anschlie�end werden noch nicht verstandene Probleme in Partnerarbeit gel�st oder Ergebnisse verglichen,
  3. schlie�lich werden offene Fragen in Gruppenarbeit, ggf. Gesamtgruppe (Klasse/Kurs), beantwortet.

Diese Abfolge eignet sich sowohl f�r �bungsphasen als auch f�r Erarbeitungsphasen mit nicht zu gro�schrittigen Arbeitsauftr�gen.

Vorteil:

  • Die einzelnen SuS k�nnen ihren eigenen Lernerfolg (im Falle einer �bungsphase) erkennen.
  • Nicht alle Anfragen werden sofort an die gesamte Gruppe oder den Lehrer gerichtet, vieles wird im Vorfeld gekl�rt (auch Entlastung des Lehrers)
  • Jeder S. muss erst einmal selst t�tig werden.

[edit] "Freiarbeit" - Reformp�dagogen

Die Freiarbeit wurde in wesentlichen von drei sogenannten Reformp�dagogen begr�ndet: Peter Peterson, Maria Montessori, Celestin Freinet.

Kerngedanken von Freinet:

  • �Den Kindern das Wort geben�
  • �Die Schulklasse als Kooperative�
  • Anstelle der Lehrerunterweisung traten Exkursionen und Erkundungen in die d�rfliche Umgebung
  • Mit der von ihm entwickelten Schuldruckerei (einer einfachen Klappdruckpresse mit Bleilettern) hatten die Sch�lern die M�glichkeit, eigene Texte zu setzen und so Zeitungen und B�cher innerhalb der Klasse zu produzieren.
  • Durch Abtrennen von Klassenzimmerecken (sog. Arbeitsateliers) bot er die M�glichkeit, gleichzeitig zu verschiedenen Themenbereichen zu experimentieren und zu arbeiten.
  • Mit Korrespondenzklassen wurden B�cher, Zeitungen und Dokumente ausgetauscht und ergaben so neue Anregungen und Arbeitsvorhaben.


Vier Grundprinzipien sind bei Freinet zu erkennen:

1. Die freie Entfaltung der Pers�nlichkeit:
Beim freien Schreiben, Gestalten, Musizieren, etc. lernen die Sch�ler sich zu �ffnen und auf andere einzugehen. Eine solche "Befreiung" ist wesentlich f�r die Pers�nlichkeitsentwicklung und st�rkt die selbsttherapeutischen Kr�fte des Menschen.
2. Die kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt:
Die Lebenswelt der Sch�ler und deren Bed�rfnisse bilden den Ausgangspunkt f�r praktische Arbeitsvorhaben, Untersuchungen und Erkundungen -> tastendes forschendes Herangehen an eine Fragestellung.
3. Selbstverantwortlichkeit des Kindes:
Die Sch�ler sollen lernen nicht nur die eigene Situation einzusch�tzen und die Arbeit nach selbsgew�hlten Ma�st�ben zu organisieren, sondern auch die pers�nliche Idendit�t und die Verschiedenheit der Mitsch�ler zu respektieren.
4. Kooperation und gegenseitige Verantwortlichkeit:
Demokratisches Zusammenleben ist kein abstrakter Unterrichtsinhalt, sondern wird gelernt in einer Atmosph�re von Vertrauen zu der die offene Diskussion von Konflikten und die gegenseitige konstruktive Kritik und Hilfe ebenso geh�rt wie das Hinterfragen und Neuerarbeiten von Regeln und Strukturen in der Gruppe.

Um diese Prinzipien verwirklichen zu k�nnen wurden in der FP eine F�lle von Techniken, Methoden und Arbeitsmitteln entwickelt.

Die wichtigsten sind:

  • Klassenrat,
  • Klassen- und individueller Arbeitsplan,
  • Dokumentation und (individuelle bzw. gemeinsame) Bilanz der geleisteten Arbeit,
  • freier Ausdruck,
  • nat�rliche Methode,
  • Druckerei,
  • Klassenzeitung,
  • Korrespondenz,
  • Arbeitsateliers,
  • Arbeitsbibliothek und Sch�lerarbeitskarteien (anstelle von Schulb�chern),
  • Erkundungen und Untersuchungen au�erhalb des Klassenraumes.


Kerngedanken von Montessori:

  • �Hilf mir es selbst zu tun�
  • �Vorbereitete Lernumgebung�
  • Material nur einmal in der Klasse
  • Material mit hohem Aufforderungscharakter
  • Selbstst�ndiger Umgang der SuS mit dem Material
  • Selbstkontrolle

Die Umsetzung der P�dagogik auf den Unterricht in der Schule:

Der Lehrer �bernimmt in der Schule die Aufgabe des beobachtenden Beraters und h�lt sich im Hintergrund. Er steht f�r Fragen zur Verf�gung und gibt auf Anfrage der Kinder Hilfestellungen.

Jedes Kind arbeitet eigenst�ndig von sich aus und alleine f�r sich. So kann es sein Lerntempo selbst finden.

Das Kind lernt Lernprozesse selbst zu gestalten und die ben�tigten Lernpausen selbst zu w�hlen.

Als Regel ist festgelegt, dass die Kinder sich gegenseitig nicht st�ren, und dass die Ordnung im Klassenraum eingehalten wird. Daran haben sich alle Kinder zu halten.

Zum Lernen gibt es im Klassenraum verschiedene Materialen, die die Kinder benutzen k�nnen und auch sollen.

Jedes Material ist nur einmal vorhanden und f�rdert somit die Absprache der Kinder untereinander. Das Arbeiten mit diesen Materialien ist nicht an den Klassenraum gebunden.

Die Kinder k�nnen frei nach Wunsch auf dem Boden oder auch im Flur arbeiten.


Kerngedanken von Peterson:

Die Schule bzw. der �Unterricht� besteht aus vier wesentlichen Bestandteilen:

  • Gespr�ch
  • Spiel
  • Arbeit (teilt sich in Kern-, Kurs- und Freiarbeit)
  • Feier (jeweils am Anfang und am Ende der Woche, sie f�rdert das Gemeinschaftsgef�hl)

Mindestens die H�lfte des Unterrichts besteht aus dem so genannten Kernunterricht. Er beinhaltet die Vermittlung von F�chern wie Deutsch, Mathematik, Physik. Er spaltet sich in Kreisgespr�che und in Kleingruppen- bzw. Einzelarbeit auf. Hier muss der Sch�ler bzw. die Sch�lerin einen bestimmten Wochenplan abarbeiten. Die Einteilung, an welchem Tag was erledigt wird, bleibt dem Kind selbst �berlassen.

In der Freiarbeitsphase kann das Kind ganz frei w�hlen, was es gerade bearbeitet. Im so genannten Kursunterricht sollen die Sch�lerinnen und Sch�ler altersgem��en Stoff m�glichst eigenst�ndig bearbeiten.

Sie bekommen, wenn n�tig Hilfe vom Lehrer bzw. von der Lehrerin oder die Hilfe eines gleichaltrigen oder �lteren Sch�lers bzw. Sch�lerin. Durch die gegenseitige Hilfe lernen die Kinder Verantwortung f�r Andere zu �bernehmen und wiederholen den Stoff f�r sich selber noch einmal.

Die Arbeitsmittel m�ssen leicht zug�nglich sein und Aufforderungscharakter haben. Eine sofortige Kontrolle der L�sung muss gew�hrleistet sein, um die eigene Leistung besser einsch�tzen zu k�nnen. Die Zeit zum Spielen ist Teil des Unterrichts und muss durch gen�gend Pausen und Freizeit gew�hrleistet sein. Das Spiel f�rdert die Aufmerksamkeit und das Ged�chtnis sowie das soziale Verhalten der Kinder untereinander und die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit bzw. mit dem Alltag.


[edit] Fachspezifisches - Beispiele

[edit] Mathematik

[edit] Physik

[edit] Deutsch

[edit] ...

[edit] Literatur

  • ARNOLD, R. & H. P�TZOLD: Schulp�dagogik kompakt. Pr�fungswissen auf den Punkt gebracht. Berlin 2002.
  • BOVET, G. & V. HUWENDIEK (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrberuf. 4. �berarbeitete Auflage. Berlin 2004.
  • KLIPPERT, H.: Eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen. Bausteine f�r den Fachunterricht. 4., unver�nderte Auflage. Weinheim 2004.
  • MEYER, H.: Unterrichts-Methoden. I: Theorieband. Berlin 1987a.
  • MEYER, H.: Unterrichts-Methoden. II: Praxisband. Berlin 1987b.
  • MEYER, H.: Was ist guter Unterricht? 2., durchgesehene Auflage. Berlin 2004.
  • REALSCHULE ENGER: Lernkompetenz 1. Bausteine f�r eigenst�ndiges Lernen. 5./6. Schuljahr. 5.,�berarbeitete Auflage. Berlin 2001.

[edit] Links

< Hauptseite > < n�chstes Thema >

Site Toolbox:

GNU Free Documentation License 1.2

Disclaimers - About BluWiki