KoopGH Thema7
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Prop�deutikum
These 1: Vom Verschwinden der Kindheit � Schonraum des Aufwachsens schwindet. (Postman, 1986)
- Aufl�sungserscheinung der traditionellen Familien � traditionelle Verhaltensmuster fassen heute nicht mehr � Grund: Dynamik der Gesellschaftsentwicklung
- Mediatisierung der Lebenswelt
- Konsumentenstatus der Jugendlichen
- �kologische Folgen und damit zusammenh�ngende gesundheitliche Gef�hrdung
- neue Armut � Beeintr�chtigung der Bildungschancen
- gr��ere Belastung � hohe Arbeitslosigkeit
These 2: Fortschreitende P�dagogisierung aller Lebensbereiche.
- berufliche und pers�nliche Existenz und Erfolge sind abh�ngig von den besuchten p�dagogischen Institutionen
- steigender Sozialisierungseffekt au�erhalb der Familie
These 3: Variable Familienstrukturen beeinflussen die Bedingungen des Aufwachsens.
These 4: Ver�nderung des Erziehungsstils zu einer permissiveren, liberaleren und offeneren Erziehung.
- Ziele: St�rkung und Durchsetzungsf�higkeit, Kreativit�t und Kooperation; Selbstbeherrschung und Disziplin sind von sekund�rem Interesse (Zielwert: das perfekte Kind)
- Erziehung wird zu Beziehung � wichtige Entscheidungen werden nicht aus der Hand gegeben, Lern- und Leistungsf�higkeit der Kinder stehen im Mittelpunkt � Folge: Leistungsdruck, da Erfolge und Misserfolge das Familienklima beeinflussen.
These 5: Spiel, Sport und Medienangebote beeinflussen das Freizeitverhalten der Kinder. Dabei sind Unterschiede bez�glich des Geschlechtes, dem Wohnort und sozialem Background der Kinder zu beobachten. Die �Verregelung� der Freizeit kann zu Freizeitstress f�hren, der das Familienklima stark beeinflusst. Die Menge der wahrzunehmenden Freizeitangeboten h�ngt stark von finanziellen und sozialen Background der Kinder ab. Da Freizeitm�glichkeiten wie musikalische Erziehung auch Bildungsm�glichkeiten darstellen, klafft hier eine Schere auf.
These 6: Heutige Kinder sind mit den Medienangeboten und deren Nutzung vertraut. Negative Folgen treten hier nur bei extremer Nutzung auf. Die Medienangebote stellen eine weitere Bildungsm�glichkeit dar. � weitere Versch�rfung der bildungsbedingten Disparit�ten
Thesen 7: Entproblematisierung der Befriedigung der W�nsche des Konsumenten Kind erzeugt eine hohe Abh�ngigkeit aufgrund der damit verbundenen Selbstdefinition und Identifikation und erfordert Zeit und pers�nlichen Einsatz. Die Verschuldung jugendlicher Konsumenten entwickelt sich zu einem gro�en Problem.
These 8: Kinder reagieren mit Krankheit auf die psychischen Folgen der ver�nderten gesellschaftlichen Strukturen und Erwartungen.
These 9: Die biologische Reifung der Kinder setzt heute viel fr�her ein. Diese wirken sich auf ihre Umwelt, die Erwartungen der Gesellschaft, die Sozialisierung in Peergroups und ihr Verh�ltnis zu Erwachsenen aus. � Es ist nicht bewiesen, ob die fr�here biologische Reifung der Kinder mit einer fr�heren kognitiven Reifung einhergeht: der Erwartungsdruck steigt trotzdem.
These 10: Die Stausunsicherheit der jugendlichen f�hrt zu Sozialisierung mit Gleichaltriegen, die sowohl eine Chance als auch eine Gefahr darstellen kann.
- �ngste der Jugendlichen steigen aufgrund der zunehmenden Globalisierung von Problemen und Konflikten
- �ngste vor dem Fremden k�nnen sich zu Ablehnung allem Fremden und im Extremfall zu Rassismus entwickeln
- �ngste vor Arbeitslosigkeit k�nnen zu einem Gef�hl der Ohnmacht und Wertlosigkeit f�hren
These 11: Entstrukturierung der Jugendzeit, d.h. eine Ausdehnung dieser, f�hrt zu einer versp�teten Teilnahme an der Arbeitswelt. Die verschiedenen Jugendkulturen spiegeln ihre Unstimmigkeit mit den Strukturen der Erwachsenenwelt wieder. Diese Haltung z�gert den Eintritt in die Erwachsenenwelt hinaus, birgt jedoch auch viele Potentiale (Kooperation, Kreativit�t, etc). Sie stellen einen wichtigen Schritt zur Selbstfindung dar. Aufgrund der mangelnden M�glichkeiten den immer wechselnden und wachsenden Interessen nachgehen zu k�nnen, schwindet die Anzahl der Interessenten an traditionell organisierten, oftmals unflexiblen Gruppierungen, wie z.B. Sportvereine.
Moralerziehung � Erziehung zur Demokratie
Definition der moralischen Kompetenz:Bereitschaft und F�higkeit Diskurse zu f�hren, reflektierte moralische Urteile zu bilden und danach zu handeln. � zentrale Grundlagen einer Demokratie
These: Zunehmender Vandalismus und Psychoterror spiegeln gesellschaftliche Probleme wieder und gef�hrden die demokratische Gesellschaftsordnung.
Probleme und daraus resultierende Ursachen:
- Erziehungsaufgaben werden immer weniger von der Familie wahrgenommen.
- zunehmende Anzahl Alleinerziehender
- vermehrte berufliche Beanspruchung der Eltern
- hohe Scheidungsraten
- Einzelkinder mit einem Defizit an Erfahrungen mit anderen Kindern
- viele Jugendliche sind oder f�hlen sich sozial benachteiligt
- Problem bei der Lehrstellensuche
- (drohende) Arbeitslosigkeit � Perspektivlosigkeit
- Konkurrenzdruck
- Kommerzialisierte Medien vermitteln ein Zerrbild der Wirklichkeit
- Gewalt wird allt�glich
- keine bzw. wenige alternative Angebote zur Freizeitgestaltung
- Weltbild wird immer komplizierter
- Zusammenh�nge sind kaum zu durchschauen
- Globalisierung von Problemen und Konflikten
- zunehmende soziale Disparit�ten � Entstehung einer Zweiklassen-Gesellschaft
- fehlendes Mitgef�hl
Konzepte der Moralerziehung
Forderung: Die Schule muss eine zentrale Rolle bei der Moralerziehung spielen. Dabei sollen unterrichtliche Werte (wie z.B. in den F�chern Religion, Erdkunde, Sozialwissenschaften, Politik, Geschichte, etc.) und au�erunterrichtsliche Werte vermittelt werden.
Konzept �Charaktererziehung�
Grundidee: �berzeugung der SuS einen Kanon allgemein anerkannter Werte anzuerkennen und zu verinnerlichen (z.B. Ehrlichkeit, Flei�) und Erziehung zu einem von diesen Werten angeleitetem Handeln.
Kritik: Tendenz zur Indoktrination mit zweifelhafter Wirkung
Konzept �Wertkl�rung�
Grundidee: Der Mensch ist von Natur aus gut (J.J. Rousseau). � In der Abw�gung zwischen unterschiedlichen Werten gibt es keine wertende Entscheidung, d.h. f�r den Unterricht, dass der Lehrer konkurrierende Werte aufzeigt ohne Stellung zu beziehen.
Kritik: Sch�ler fehlt Orientierungsgrundlage.
Konzept �kognitiv-entwicklungsorientierter Ansatz�
Grundidee: Moralentwicklung ist nur durch geeignete p�dagogische F�rderung zu erreichen, d.h. es werden konkurrierende Werte diskutiert. Der Lehrer nimmt Stellung dazu, stellt seine Meinung aber nicht als einzig Wahre dar. Er verfolgt damit das Ziel, die Sch�ler moralisches Urteilen zu lehren.
Realisierungsm�glichkeiten in der Schule
Zur Moralerziehung besonders geeignete Vorgehensweisen:
- kooperative Lernformen und Rollenspiele � Ziel: Entwicklung einer sozialen Perspektive
- Dilemma-Diskussionen: gew�hlte Themen k�nnen/sollten dem Schulalltag oder dem Fachunterricht entspringen
- Mitbestimmung und Mitverantwortung der SuS
Gewalt und Aggressionen im Schulalltag
These: Gewaltt�tig ist nur eine Minderheit der SuS, gr��tenteils Jungen, die aus problematischen Erziehungsmilieus stammen.
Begriffskl�rung
weiter Aggressionsbegriff � jede offensive Aktivit�t (Verhaltensbiologie/Psycho�analyse)
enger Aggressionsbegriff � zielgerichtete Besch�digung (nach au�en oder nach innen gerichtet)
Gewalt � Teilmenge der Aggression, personengerichtete Besch�digung, schwere k�rperliche Aggression
Wie begegne ich Gewalt und Aggression im Schulalltag?
- prim�re Pr�vention � gute Erziehungs- und Bildungsarbeit in der soziale Kompetenzen gest�rkt werden � au�erunterrichtliche Arbeit, Einbezug von Eltern, Beratungslehrer, Psychologen, etc.
- sekund�re Pr�vention � besch�ftigt sich mit gef�hrdeten Personen in kriminellen Gelegenheitsstrukturen � es bedarf qualifizierter Lehrer oder Spezialisten
- terti�re Pr�vention � besch�ftigt sich mit bereits auff�llig, gewaltt�tig oder straff�llig gewordenen Personen � es bedarf qualifizierter Lehrer oder Spezialisten
!! Kritik !!: sekund�r und terti�r Pr�vention geben keine Pr�ventionsvorschlage, sondern nur eine Beschreibung ihres Ansatzpunktes
Schulinterne Einflussfaktoren
- negative Einstellung zur Schule
- schlechter baulicher Zustand und mangelnde Ausstattung von Schulen
- schlechtes Betriebsklima innerhalb der Lehrerschaft
- Leistungs- und Konkurrenzdruck
- Unterdr�ckung des kindlichen Bewegungsdranges durch den 45-Minuten Rhythmus
- Probleme sozialer Integration
- autorit�re Strukturen des Schulsystems
Schulexterne Einflussfaktoren
- soziale Rahmenbedingungen
- Erziehungsstil der Eltern
- Medieneinfl�sse
- negatives Modellverhalten von Erwachsenen
Strategien
- Kollektive Strategie
- gute Schulklima
- Modellwirkung der Lehrer in Bezug auf Konfliktl�sung und Konsensbildung
- Verst�rkte Aufsicht, organisierte Pausengesteltung, Schulhofgestaltung
- Stimulierung der breiten Aufmerksamkeit (Gruppenmobilisierung) und Leistungskontrolle (Rechenschaftsprinzip)
- Solidarit�t miteinander, Programme zum sozialen Lernen
- Beratung �ber wichtige Regeln des Miteinanders
- Herstellung eines Konsens, zumindest in Schl�sselfragen, der von allen beachtet und eingehalten werden sollte
- schulische/allgemeine Regeln gegen�ber Gewalt und aggressiven Verhaltensweisen aufstellen (Kollegiale Strategie)
- Erwartungen an Sch�lererwartungen klar formulieren (z.B. Pr�senz- und Stoppsignale)
- keine Zeitverz�gerung oder Unterbrechungen im unterrichtlichen Verlauf entstehen lassen
- Individuell Strategien
- Gestaltung der sozialen Beziehung zwischen Lehrer und Sch�ler � Regeln aufstellen
- Unterricht muss sorgf�ltig und klar in den Abl�ufen, abwechslungsreich in den Methoden und Sozialformen sein
- Rituale zu Beginn der Stunde, Entspannungs- und Konzentrations�bungen, Kennenlern-Aktivit�ten, Running Gag, Spr�chebuch, Humorbuch, Kummerbox/Kummerkasten/Postkarten, Blitzlicht; spezielle Tag
- Ber�cksichtigung der unterschiedlichen Lerntempi der SuS sowie deren Leistungsniveaus � Binnendifferenzierung setzt gut Kenntnis der SuS und eine gute Vorbereitung voraus
- Transparente und gerecht Beurteilungsregeln bez�glich sachlicher Leistungen und im sozialen Arbeitsbereich
- positive St�rkung sollte individuell und nicht kollektiv erfolgen
- Ma�nahmenkatalog bei Versto� gegen die aufgestellten Regeln
- Aushandeln von Vertr�gen im Gespr�ch (L-S)
- Hilfe durch Kollegen
- Fehleranalyse (wie, wann, wieso, weshalb, warum verh�lt sich der Sch�ler auf diese Art)
- Kommunikationstraining
- Streitschlichtung
Welche besonderen Erziehungsaufgaben sollte ein Klassenlehrer erf�llen k�nnen?
Klassenf�hrung � intensive Form p�dagogischer Erziehung (Ruf nach verst�rkter Entwicklung der Beziehungsebene) - Organisation, Diagnostik, Didaktik, Charakterst�rke
P�dagogische Handlungsm�glichkeiten
- Klassenfahrten und Wandertage
- Organisation von Feiern
- Gestaltung des Klassenraums, Sitzordnung, etc.
- Mitgestaltung der Schule
- Engagement
- Modelfunktion �Lehrer�
- SuS ernst nehmen
- Integration neuer SuS
- Zusammenarbeit mit SuS, Kollegen, Eltern, etc.
- Umgang mit Konflikten � Bezugperson bei Problemen mit Kollegen, Mitsch�lern, Familie, etc.
- n�tige Distanz wahren
Was erwarten SuS von einem Klassenlehrer?
- Konsequenz und Konsistenz
- Einf�hlungsverm�gen
- Verst�ndnis
- Vertrauen
- Verl�sslichkeit (auch bei Konflikten mit Dritten)
Welche Verwaltungsaufgaben hat der Klassenlehrer?
- Klassenbuchf�hrung
- Zeugnisschreiben
- Mitteilungen (z.B. Blauer Brief)
- Informationen �ber Lernentwicklungen
- Verteilung von �mtern innerhalb der Klasse
Welche schulrechtliche Funktionsbereiche muss ein Klassenlehrer erf�llen?
- Einhaltung der Schulordnung
- Aufrechterhaltung der Schulordnung
- Sicherung des regelm��igen Schulbesuchs
- Fr�hzeitige Unterrichtung der Erziehungsberechtigten bei absinkender Leistung, etc.
- die SuS sch�tzen und vertreten (Beratungspflicht)
- Kontakte zu Eltern pflegen
- Elternabende, -stammtisch
- Telefonate, Hausbesuche, Sprechstunden, Elternbriefe
- p�dagogische Verantwortung �bernehmen
Welche Grenzen hat die Funktion des Klassenlehrers?
- ein Ausgleich der Defizite der Gesellschaft ist nicht m�glich
- Grenzen von Schule m�ssen gesehen werden
Rechtliche Grundlagen (ASchO)
Aufgabe des Lehrers ist es, die SuS zu m�ndigen Menschen heranzubilden und ihnen Kenntnisse, F�higkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die ihnen selbstst�ndiges Urteilen und eigenverantwortliches Handeln in Familie, Staat und Gesellschaft erm�glichen.
- Erziehungsma�nahmen � L soll Fehlverhalten einsichtig machen und auf Verhaltens�nderung hinwirken
- L soll in eigener Verantwortung das Erziehungsmittel w�hlen
- Erzieherisches Einwirken (z.B. schriftl. oder m�ndl. Ermahnungen) � bei wiederholtem Fehlverhalten sollte eine schriftliche Benachrichtigung der Erziehungsberechtigten erfolgen � Kollektivma�nahmen sind unzul�ssig!
- Ordnungsma�nahmen � schriftlicher Verweis, vor�bergehender Ausschluss vom Unterricht, Feststellpr�fung, uvm.
- k�nnen angewandt werden bei St�rungen des Unterrichts oder sonstiger Schulveranstaltungen, bei Verletzung der Teilnahmepflicht, bei Verst��en gegen die Schul- und Hausordnung, etc.
- Ordnungsma�nahmen werden von den Konferenzen der Schule bestimmt; als letzte Ma�nahme gilt die (Androhung der) Verweisung von allen �ffentlichen Schulen des Landes, sie bedarf des Beschlusse einer h�heren Instanz (obere Schulaufsichtsbeh�rde) auf einen Antrag der Lehrerkonferenz und der Best�tigung des Ministeriums
Literaturverzeichnis (Yvonne und Ina)
Allgemeine Schulordnung (ASchO), 2002
Br�gelmann, Hans: Schule verstehen und gestalten. Perspektiven der Forschung auf Probleme von Erziehung und Unterricht. o.A.
D�rr, Rolf: Moralerziehung � Erziehung zur Demokratie. In: Bovet/Huwendiek (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrberuf. 4. �berarbeitete Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH &Co, 2004. KG. Seite 444 � 458.
Hauck-B�hler, Birgit: Kindheit und Jugend heute. In: Bovet/Huwendiek (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrberuf. 4. �berarbeitete Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH &Co, 2004. KG. Seite 428 � 443.
Lin-Klitzing, Susanne: Gewalt und Aggression. In: Bovet/Huwendiek (Hrsg.): Leitfaden Schulpraxis. P�dagogik und Psychologie f�r den Lehrberuf. 4. �berarbeitete Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor GmbH &Co, 2004. KG. Seite 477 � 498.
Schlederer, Franz: Unterrichten und Erziehen. M�nchen, Basel: Ernst Reinhardt Verlag, 1993.
Weitere Literatur
- Albrecht, Achim u.a.: Erziehender Unterricht. - In: P�dagigik Heft 9/ September 2004.
- Horstkemper M. u.a.: Aufwachsen. Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. - In: Sch�ler 2004. Friedich Verlag
- Nolting, Hans-Peter: St�rungen in der Schulklasse. Ein Leitfaden zur Vorbeugung und Konfliktl�sung.Beltz Taschenb�cher.
Ich habe mich auch mit dem Thmema Erziehen besch�ftigt und mich um den Bereich: Akzeptanz erreichen, vor der Klasse bestehenr und durch Disziplin eine gute Lernatmosph�re zu schaffen. Ohne diese Grundvoraussetzung ist meiner Meinung nach Erziehen nur schwer m�glich. Mein Paper ist bewusst praxisproientiert gehalten
Erziehen, hier: Disziplin (Nach Wolfgang Mattes 2006)
�Disziplin ist unverzichtbar, aber St�rungen sind normal� Disziplin war lange Zeit ein Begriff mit einem negativen Anklang, doch geh�rt es zum p�dagogischen Alltag, dass man sich mit Disziplinproblemen besch�ftigen muss. Der Umgang mit St�rungen ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages, mit dem man offensiv umgehen muss und f�r den man tragf�hige Konzepte entwickeln muss. Ein guter Lehrer ist freundlich, gerecht, hat Humor � ist aber auch streng. Fehlende Disziplin, Lernunwilligkeit und die Unf�higkeit mancher Sch�ler, sich �ber einen l�ngeren Zeitraum konzentrieren zu k�nnen Unterricht zur Qual machen. Oft ist es die Summe der kleinen St�rungen, die sich st�ndig wiederholen und immer wieder zu Unterbrechungen im Unterrichtsverlauf f�hren. Daher brauchen Lehrer ein gewisses Ma� an Disziplin in ihren Klassen, um vern�nftig und gut unterrichten zu k�nnen. Sch�ler brauchen einen Ordnungsrahmen als Voraussetzung f�r die n�tige Konzentration auf den Unterricht. Gemeinsamens Lernen basiert auf Disziplin, Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft. Die Sch�ler sollen einander zuh�ren k�nnen und fair miteinander umgehen. Gerade offene Unterrichtsformen, die auf Selbstt�tigkeit, Eigenverantwortung und Teamarbeit setzen, sind wesentlich st�rker als die traditionellen Unterrichtsformen auf einen klar definierten Ordnungsrahmen angewiesen. Disziplinprobleme sind Praxisprobleme auf die man (meistens) spontan reagieren muss. Daher hilft es f�r das allt�gliche Unterrichten sehr, wenn die Entscheidungen auf einem selbst erarbeiteten Konzept beruhen. Wenn man �ber ein solches Konzept verf�gt, steht nicht hilflos vor einer schwierigen Situation. Entscheidungskompetenz in Sachen Disziplin bedeutet: - Disziplin einf�hren - Akzeptanz herstellen - Disziplin aufrecht erhalten und - bei St�rungen angemessen reagieren, sodass - der angestrebte Ordnungsrahmen von allen Beteiligten wieder eingehalten wird. Wege zur Disziplin: - Disziplin einf�hren durch Regeln - Disziplin herstellen durch angemessenes Auftreten - Disziplin als Thema im Unterricht - Disziplin wieder herstellen durch Gespr�che unter vier Augen - Sanktionen (wenn n�tig)
Konzept zur Herstellung und Aufrechterhaltung von Disziplin - der 1. Eindruck entscheidet �ber Sympathie und Antipathie (�F�r den 1. Eindruck gibt es keine 2. Chance�) - Vern�nftige Arbeitsatmosph�re aufbauen - SuS m�glichst individuell wahrnehmen - Fachlich gut vorbereitet sein - Methodisch abwechslungsreich (oft entsteht Unaufmerksamkeit bei zu wenig Methoden- und Sozialformwechsel) - Freundlichkeit, Durchsetzungsverm�gen (Strenge und Konsequenz) - interessanter Unterricht (gut vorbereitet), Loben (zugewandt sein) und Transparenz
Disziplin einf�hren durch Regeln Unterrichtsst�rungen � viele Probleme lassen sich vermeiden, indem man sie gar nicht erst entstehen l�sst. Also: Fr�hzeitig klare Verhaltensregeln mit der Klasse vereinbaren. 1. Verhaltensregeln 2. Gespr�chsregeln 3. Regeln f�r Hausaufgaben 4. P�nktlichkeit 5. Mitarbeit im Unterricht Vorschalten kann man allerdings 2 Anfangsregeln: 1. �Wer etwas sagen will, muss sich melden.� 2. �Wenn ich das Ruhezeichen mache, ist jeder still.� Nat�rlich garantiert das Formulieren von Regeln keineswegs ihre Einhaltung. Konsequent auf die Einhaltung der Regeln bestehen!!! (Inkonsequenz zeigen hei�t: Lehre nimmt es nicht so genau, also m�ssen die SuS es auch nicht so genau nehmen) Also: Sofortiges Intervenieren bei Regelverst��en � aber auch regelgerechtes Verhalten positiv verst�rken. Tipp: Eine Regel ist dann am besten, wenn sie auf Einsicht beruht und von einer m�glichst gro�en Anzahl der Betroffenen akzeptiert wird. Daher ist es vern�nftig, die SuS in die Erarbeitung von Regeln mit einzubeziehen.
Disziplin herstellen durch angemessenes Auftreten F�hrungsqualit�t Die F�hrung offensiv annehmen und F�hrungsqualit�ten ausstrahlen. Deshalb: In den Anfangssituationen in einer neuen Klasse immer strenger sein als es dem eigenen Wunschverhalten entspricht(!). Keine schlechte Laune ausstrahlen. Die Mischung aus Freundlichkeit und Zugewandtheit einerseits, Strenge und Verbindlichkeit andererseits ist die erfolgsversprechende Vorgehensweise. Auf einen Regelversto� sofort reagieren und dem St�rer und der ganzen Klasse unmissverst�ndlich durch Wortwahl, K�rperhaltung und direktem Blickkontakt klar machen, dass man dieses Verhalten nicht dulden wird. (Sch�ler suchen und brauchen Grenzziehungen und werden den Lehrern mit Respekt begegnen, die Durchsetzungsverm�gen demonstrieren k�nnen). �Macht aus�ben, ohne sie zu missbrauchen.� K�rpersprache offensiv einsetzen Vielmehr als das, was wir sagen, entscheidet die Art und Weise wie wir uns vor den Sch�lern pr�sentieren �ber unsere Akzeptanz und Autorit�t. Ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen St�rungspr�vention besteht darin, von Beginn der Unterrichtsarbeit an Durchsetzungskraft zu demonstrieren und gleichzeitig zu signalisieren, dass man die Jugendlichen und den eigenen Beruf mag. (Man kann selbstbewusstes Auftreten trainieren!) 10 Signale, die Akzeptanz erzeugen 1. Zu Beginn der Stunde: vorbildlich p�nktlich. Falls vorher Zeit, mit Sch�lern (�ber Privates) unterhalten. 2. Klare, freundlich Begr��ung. Evtl. Ritual. Blickkontakt. 3. Ich-Botschaften senden, erste Redebeitr�ge nicht unmittelbar auf den Stoff bezogen. 4. Stimme offensiv einsetzen. Modulieren. Klar sprechen. Stimme und Sprache dr�cken Selbstvertrauen aus. 5. Mimik und Gestik sind auf die Sch�ler bezogen. Freundliches L�cheln, ermutigende Gesten und ermahnende Blicke wechseln einander ab. 6. Interessiert, mit individuelle R�ckmeldungen auf Sch�ler�u�erungen reagieren. Gef�hle wie Anerkennung, �berraschung, Hilfsbereitschaft und Freundschaft. 7. Humor zeigen, sich aber nat�rlich nicht �ber Sch�ler lustig machen. 8. Sofort auf erste Unaufmerksamkeiten und St�rversuche reagieren. Den St�rer freundlich (!) ermahnen und gleichzeitig deutlich machen, wer das Sagen hat (der Lehrer!). 9. Die K�rperhaltung ist aufrecht, das R�ckrat gerade. (Hier steht jemand, der allem standh�lt und nicht fl�chten will) 10. Keine Freizeitkleidung tragen und die aktuelle Jugendmode kopieren. Die Kleidung signalisiert ein gewisses Ma� an Distanz. ---? Die Botschaft lautet: Ich bin stark. Ich bin gerne hier/Lehrer.
10 Signale, die zu St�rungen einladen 1. Sich nur am Pult aufhalten, r�umliche Distanz wahren, privat anmutenden Kontakt vermeiden. 2. Nur auf die Unterlagen blicken und Sch�lern nicht in die Augen schauen. 3. Der erste Redebeitrag bezieht sich unvermittelt auf den Stoff. 4. Stimme strahlt Unsicherheit aus, ist verhalten und monoton. 5. Gesichtsausdruck zeigt keine spontanen Reaktionen, wirkt ernst und freundlos. 6. St�rverhalten und Unaufmerksamkeiten werden erst einmal ignoriert. 7. Bewegungen wirken hektisch, fahrig, unkoordiniert. 8. Mehr mit den Unterrichtsvorbereitungen als mit den Sch�lern besch�ftigt sein. 9. K�rperhaltung ist ohne Spannung, eher gebeugt. 10. Die Kleidung ist deplatziert und nachl�ssig. ---? Die Botschaft lautet: Ich bin schwach. Bitte tut mir nichts, ich tu� Euch auch nichts.
Disziplin als Thema im Unterricht Pr�ventive Gespr�che �ber Disziplin er�ffnen die Chance, soziales Lernen durch Einsicht und �berzeugung zu erreichen. Wirkungsvoll ist ein offener Dialog, in den sich die Sch�ler mitgestaltend einbringen k�nnen. Offene Dialogf�hrung bedeutet, dass mit Ich-Botschaften gearbeitet wird. Sch�ler machen im Gespr�ch deutlich, dass sie selbst unter zu h�ufigen Unterrichtsst�rungen leiden. Sie akzeptieren auch, dass zur Einhaltung der Regeln Konsequenzen erforderlich sind. (In der Regel werden die von den Sch�lern vorgeschlagenen Konsequenzen bei Regelverst��en viel strenger ausfallen als die vom Lehrer vorgeschlagenen.) Denjenigen, die zu den potentiellen St�rern in einer Klasse geh�ren, kann dieser Unterricht verdeutlichen, dass sie ihr Verhalten �berdenken m�ssen. Vielleicht sp�ren sie so zum ersten Mal, dass st�rendes Verhalten in Gruppen, die miteinander lernen und arbeiten wollen, als egozentrisch empfunden wird und auf Ablehnung st��t.
Konzept zur Aufrechterhaltung von Disziplin und zur angemessenen Reaktionen auf Unterrichtsst�rungen Vier-Augen-Gespr�che mit schwierigen Sch�lern F�nf Vorteile des Einzelgespr�chs: 1. Unterricht wird nur kurz unterbrochen. 2. Sie gewinnen Zeit nachzudenken. Ver�rgerung oder gar Wut k�nnen abgebaut werden. Man kann sich eine Gespr�chsstrategie zurecht legen. 3. Weil das Gespr�ch nicht in der Klasse stattfindet, muss der Sch�ler nicht den Clown/Helden/Rebell spielen. 4. Unter Ausschluss der �ffentlichkeit erleben Sch�ler und Lehrer sich in einer vergleichsweisen angenehmen und wenig aggressiven Gespr�chs-atmosph�re. (Vorsicht: Laut Frau Heintz sollte man sich nicht allein mit gegengeschlechtlichen Sch�lern in einem geschlossenen Raum aufhalten. Also zumindest die T�r offen halten) 5. Im Vier-Augen-Gespr�ch kann man sich auch �ber anderen Dinge als nur �ber St�rungen unterhalten. Lehrer und Sch�ler k�nnen sich besser kennen lernen und so ihre Beziehung verbessern. Gespr�che, die Konflikt- oder Verhaltens�nderungen zum Ziel haben, m�ssen nicht automatisch zum Erfolg f�hrten. Die Gefahr des Scheiterns von Gespr�chen ist besonders gro�, wenn die Lehrer sich unsicher und unge�bt in der Kunst der Gespr�chsf�hrung f�hlen. Die Kunst des Gespr�chsf�hrens sollte man immer wieder trainieren. Wenn man einige grundlegende Regeln beachtet und sich darin �bt, das eigene Gespr�chsverhalten in seiner Wirkung auf den Gespr�chspartner zu reflektieren, steigert es die Erfolgschancen ernorm.
Sieben erfolgreiche Schritte in einem guten Vier-Augen-Gespr�ch Buchst�blich auf gleicher Augenh�he sprechen und miteinander an einem Tisch sitzen erzeugt eine angenehme Gespr�chsatmosph�re. Einen echten Dialog f�hren hei�t, beide Teilnehmer haben etwa die gleiche Redezeit. 1. Angenehme Gespr�chser�ffnung: Das Gespr�ch in Ruhe er�ffnen und eine angenehme Atmosph�re herstellen. 2. Zielklarheit: Zielsetzung mit einer sprachlich klaren und glaubhaften Aussage erl�utern. 3. Ich-Botschaften: In der Ich-Form erkl�ren, aus welchen Gr�nden man sich im Unterricht gest�rt f�hlte. 4. T�r�ffner: Dem Sch�ler die M�glichkeit er�ffnen, seine Sicht der Dinge darzulegen. 5. Phase der Konfliktbearbeitung im Dialog: Gelassen bleiben bei Vorw�rfen und verbalen Angriffen. 6. Suche nach L�sungen: Eigene L�sungen vorschlagen UND Sch�ler zur Formulierung eigener L�sungsvorschl�ge ermuntern. 7. Vereinbarung und Schlussritual: Das Gespr�ch mit einer Vereinbarung beenden. Etwas Privates ansprechen. Mit einem H�ndedruck auseinander-gehen.
Erkl�rung/Pl�doyer f�r Sanktionen Auch wenn alle Ma�nahmen zur St�rungspr�vention ergriffen wurden und der Unterricht gut vorbereitet ist, gibt es im Schulalltag immer wieder Regelverst��e, die eine h�rtere Gangart verlangen als die blo�e Ermahnung oder ein freundliches Vier-Augen-Gespr�ch. Die �berlebenskunst f�r den Lehrer besteht darin, auch in diesen Situationen professionell zu reagieren. Ab einem bestimmten Ausma� von St�rungen m�ssen Sanktionen sein. Sie vermittelt dem St�rer und der Klasse die Grenzen. Konsequenzen bei fortw�hrenden Unterrichtsst�rungen/ Abgestufte Ma�nahmen 1. Ermahnen 2. Einzeltisch, Umsetzen 3. Extraaufgabe 4. Nacharbeiten nach dem Unterricht 5. Verweis aus der Klasse (Vorzimmer des Direktors, Sozialraum) und Aufgaben bearbeiten 6. Klassenbucheintrag 7. Eltern werden �ber das Verhalten informiert 8. Sonderdienste (Klasse fegen, dem Hausmeister helfen) 9. Eine schlechte m�ndliche Note, da nicht mitgearbeitet wird und der Unterricht nicht aufmerksam verfolgt wird Der Begriff Sanktion ist in der p�dagogischen Literatur meist nur hinter vorgehaltener Hand verwendet worden. �Ein guter Lehrer muss nicht zu Sanktionen greifen, weil sein Unterricht so spannend ist, dass niemand auf die Idee kommen wird, zu st�ren.� Doch in jedem Unterricht gibt es Phasen, in denen (hart) gearbeitet werden muss und Leistungen zu erbringen sind. Sanktionen sch�tzen die lernwilligen Sch�ler vor St�rern. Lehrer m�ssen mit der gesamten Klasse arbeiten und immer deren Anspruch auf st�rungsfreies Lernen im Auge haben. Zu viel Zeitaufwand bei f�r den St�rer bedeutet Verzicht auf Lernzeit f�r alle anderen. Also d�rfen sie uns nicht zu ausgiebig mit den St�rern besch�ftigen, jedenfalls nicht innerhalb der Unterrichtszeit.
Wolfgang Mattes: Routiniert planen � effizient unterrichten.
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